Foto: Deutsche Bahn AG/Stefan Wildhirt
 
 

Fragen und Antworten zur Wallauer Spange

Wann könnte die Wallauer Spange in Betrieb genommen werden?

Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme hängt wesentlich vom Verlauf des Genehmigungsverfahrens ab. Derzeitige Planungen sehen eine Inbetriebnahme ab 2026 vor.

Was sind die wesentlichen Schritte bis zur Inbetriebnahme der Wallauer Spange?

Nach Abschluss der Vorplanung befinden wir uns gerade im Prozess der parlamentarischen Befassung (siehe dazu auch FAQ zur parlamentarischen Befassung). Parallel dazu erfolgt die Ausschreibung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Die Planungen starten im Sommer 2020, so dass wir für Mitte 2021 die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens vorsehen. Nach Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses könnten die Bauarbeiten zu Beginn des Jahres 2024 starten.

Auf welcher Grundlage plant die DB die Wallauer Spange?

Planungsgrundlage der DB stellen die Projekte des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) dar, die in die Kategorie „vordringlicher Bedarf“ eingestuft wurden. Dazu zählt auch die Wallauer Spange. Für die Umsetzung der Verkehrsleistung im Nahverkehr auf der Wallauer Spange ist der RMV zuständig.

Der Bundesverkehrswegeplan enthält ausschließlich Neu- und Ausbauvorhaben für den Personenfern- und Güterverkehr. Wurde der Nahverkehr bei der Netzkonzeption mitbedacht?

Ja, bei der Ermittlung notwendiger Neubaustrecken wurden alle drei Verkehrsarten berücksichtigt.

Warum wird die Strecke zweigleisig geplant?

Nach heutiger Planung werden auf der Wallauer Spange zwei oder drei Linien des Hessen-Express (jeweils stündlich) und ggf. eine ICE-Linie (zweistündlich) verkehren. So wird eine Verbindung zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen mindestens im Halbstundentakt geschaffen.

In Verbindung mit den Verkehren auf der ICE-Strecke Frankfurt–Köln und sinnvollen Anschlussbeziehungen an den Bahnhöfen in Wiesbaden und Darmstadt käme es zu Begegnungsverkehren im Bereich der Wallauer Spange. Zur Vermeidung von planmäßigen und außerplanmäßigen Wartezeiten, wird die Wallauer Spange zweigleisig geplant.

Welche Rolle spielt der RMV als zuständiger Verkehrsverbund?

Der RMV fungiert als regionaler Leistungsbesteller für den Nahverkehr und Initiator für die Planungen eines Haltepunkts an der Wallauer Spange. In dieser Funktion hat der RMV verschiedene Gutachten und Machbarkeitsuntersuchungen zur Bedarfsermittlung und möglichen Baukosten beauftragt.

Was wird in der Machbarkeitsstudie zu einem möglichen Haltepunkt an der Wallauer Spange untersucht?

Neben der Einrichtung eines Bahnsteigs und seiner Zugänge ist auch die Erreichbarkeit der Haltestelle mit dem Bus, Auto oder Fahrrad von Bedeutung. Die Planung muss auch hierfür Lösungen aufzeigen und den Flächenbedarf festlegen. Um die Höhendifferenz zwischen dem potenziellen Bahnsteig und dem umgebenden Gelände zu überwinden kommen verschiedene Lösungsmöglichkeiten in Frage. Anhand einer standardisierten Nutzen-Kosten-Untersuchung muss zudem der Nachweis erbracht werden, dass sich ein Haltepunkt an der Wallauer Spange volkswirtschaftlich rechnet.

Werden die Auswirkungen einer Haltestelle auf den innerörtlichen Autoverkehr mitbedacht?

Durch den Bau einer Haltestelle kann es zur Verlagerung von Verkehrsströmen kommen. Bei der Planung wird auch betrachtet, welche neuen Verkehrsbeziehungen durch den Bau der Haltestelle entstehen Diese Betrachtungen fließen in die Planungen mit ein, etwa wenn es um die Größe von Park&Ride-Parkplätzen oder die Ausgestaltung von Buslinien geht.

Wie soll verhindert werden, dass die P&R-Anlage eines möglichen Haltepunkts in Wallau wegen ihrer Nähe zum Frankfurter Flughafen vorwiegend durch Urlauber belegt wird?

Zur Nutzung des P&R-Parkplatzes kann die Bahn keine Auskunft geben. Die Errichtung und der Betrieb eines P&R-Platzes ist in kommunaler Verantwortung.

Wie wird das Wiesbadener Kreuz (AK Wiesbaden) aus- bzw. umgebaut?

Der Umbau des AK Wiesbaden bezieht sich nicht alleine auf die Umgestaltung der derzeitigen Kleeblattstruktur, sondern wird auch eine Erweiterung der Anzahl an Fahrspuren der durchgehenden A3 und A66 sowie eine Anpassung der benachbarten Anschlussstellen Wallau und Diedenbergen umfassen. Ansprechpartner ist dabei nicht die Bahn, sondern die DEGES, die für die Hessische Straßenbauverwaltung den Umbau des Autobahnkreuzes plant und realisiert. Die Bahn und DEGES stehen in engem Austausch zu den Schnittstellen dieser benachbarten und sich beeinflussenden Projekte.

Im Rahmen der Parlamentarischen Befassung kann der Deutsche Bundestag über die Planungen zur Wallauer Spange beraten. Was bedeutet das?

Die Parlamentarische Befassung ist ein neues Verfahren, welches 2019 eingeführt wurde. Dabei erstellt die Deutsche Bahn für Neubauvorhaben nach Abschluss der Vorplanung einen Bericht. Der Bericht enthält die Vorzugsvariante der Bahn (wirtschaftlichste Variante) und die zusätzlichen, übergesetzlichen Forderungen der Region, die aus der Öffentlichkeitsbeteiligung resultieren. Der Bericht wird dem Deutschen Bundestag zur Befassung vorgelegt.

Der Bericht der Deutschen Bahn für die Wallauer Spange liegt derzeit beim Bundesverkehrsministerium und wird voraussichtlich im 2. Quartal dieses Jahres im Bundestag behandelt.